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Apert Syndrom

Adhäsionen (Organverklebungen)

Bruxismus (Zähneknirschen)

Burnout Syndrom

Colon Irritabile (Reizdarm)

Crouzon Syndrom

Dyspepsie - Reizmagensyndrom

Ellebogenverrenkung

Fehlbiss

Meteorismus (Bläsucht)

Roemheld-Syndrom (Blähbauch)

 

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Apert Syndrom

Definition

Den Akrozephalosyndaktylie-Syndromen zugeordneter autosomal-dominant erbl. Fehlbildungskomplex (Genlockus 10q26, Mutationen im FGFR2-Gen)

Häufigkeit

1 zu 130000 Neugeborene

Symptome

Turmschädel inf. prämaturer Synostose der Koronarnähte, multiple Gesichtsdeformierung (flache Orbitae mit Exophthalmus, Hypertelorismus, Gaumenspalte, ), komplexe Syndaktylie an Händen (oft Löffelhände, ) u. Füßen mit Synostose, Symphalangie, Brachydaktylie; oft gemeinsame Fingernägel; geistige Behinderung (in 80 %)

Therapie

op. Schädelnahtsprengung, Syndaktylietrennung, sek. Stellungskorrektur der Finger u. Großzehe

 

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Adhäsionen

Adhäsionen sind Verwachsungen, die sich zwischen Organen oder Gewebeoberflächen bilden, die normalerweise nicht miteinander verbunden sind. Trotz weit reichender Vorsichtsmaßnahmen bilden sich nach fast jedem chirurgischen Eingriff solche Gewebeverbindungen.

Was sind die Ursachen für Adhäsionen?

Während einer Operation gibt es verschiedene Ursachen, die zu einer Reizung des Gewebes führen können: Fremdkörper (Handschuhpuder Nahtmaterial, Implantate),Nahtmaterial, Wärme, Gewebeaustrockung (OP-Lampe)

Selbst sehr erfahrene Chirurgen können nicht vollständig verhindern, dass bei Operationen das Gewebe gereizt wird.

Wie entstehen Adhäsionen?

Beim normalen Wundheilungsprozess nach einer Operation kann durch entzündliche Reaktionen ein Fasergewebe (Fibrin-Matrix) entstehen. Dieses wird normalerweise durch einen vom Körper gebildeten Wirkstoff wieder gelöst, so dass die Gewebeoberfläche anschließend wieder intakt ist.

Wird der Wirkstoff (Plasmin) vom Körper nicht ausreichend gebildet, die Fibrin-Matrix also nicht gelöst, kommt es zur Ausbildung von Adhäsionen.

Welche Auswirkungen haben Adhäsionen?

Adhäsionen können zu schwerwiegenden Komplikationen wie Dünndarmverschluss, Unfruchtbarkeit oder chronischen Schmerzen führen. Die Lebensqualität kann dadurch erheblich eingeschränkt werden. Eventuelle spätere Operationen werden durch die Adhäsionen erschwert, da diese vom Chirurgen zeitaufwändig gelöst werden müssen.

 

Urs.: Anhaftung von Bakterien an Schleimhäuten als erster Schritt einer Infektion!

Pathosphysiologischer Mechanismus

Bei sich entwickelnden bakteriellen Entzündungen sind es vor allem die Fibronektine (Strukturproteine) der extrazellulären Matrix, die sich über Disulfidbrücken miteinander verbinden. Sie dienen der Anheftung und Fixierung von Zellen an anderen Nachbarzellen oder an Strukturen in unlöslicher Form in der extrazellulären Matrix.
Die Adhäsionsmoleküle sind maßgeblich an der zielgerechten Zellbewegung von Phagozyten (CHEMOTAXIS) beteiligt, jedoch hinterlassen sie massive chronische Verklebungen mit Geweben und ihren Nachbarstrukturen!

 

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Bruxismus

Zusammenhänge von Stress und Bruxismus

Bruxismus ist definiert als vorwiegend nächtliches Pressen der Zähne, welches Zahnschäden und schwere Kiefer- oder Gesichtsschmerzen zur Folge haben kann. Die Universität Düsseldorf untersucht interdisziplinär die Zusammenhänge von Stress, Stressbewältigung und Bruxismus.

Bruxismus bedeutet einfach: Unwillkürliches Knirschen und Pressen der Zahnreihen zu nicht funktionellen Zwecken. Es kann zu schwerwiegenden Zahnschäden und Kiefer/Gesichtsschmerzen führen. Ursachen sind neben "Aufbißstörungen" psychoreaktive Faktoren und Stress. Eine Kooperation der Abteilung für Zahnerhaltung und präventive Zahnheilkunde und dem Institut für Psychosomatische Medizin an der Universität Düsseldorf beschäftigt sich nun seit 1998 mit der Erforschung des Bruxismus und der Ursache Stress. Bisherige Befunde der Arbeitsgruppen zeigen eine differentielle elektromyographische Reaktion von Bruxisten (im Vergleich zu Kontrollprobanden) unter einer Belastungsbedingung mit Leistungscharakter. Weiterhin zeigen sich Zusammenhänge zwischen psychometrischen Belastungsmaßnahmen und der Anzahl abradierter Flächen auf einer diagnostischen Aufbißschiene. Die Autoren empfehlen, den Zusammenhang von Stressverarbeitung und Bruxismus in der Therapie zu berücksichtigen. Hierzu findet zur Zeit eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Studie statt, die die Effektivität eines Stressbewältigungstrainings überprüft. Nach Beendigung dieser Studie können Aussagen über den Nutzen einer begleitenden Psychotherapie gemacht werden.

 

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Burnout Syndrom

Unter dem Burnout-Syndrom versteht man einen chronischen Erschöpfungszustand mit Krankheitsgefühl, der über sechs Monate andauert. Die Erkrankung wurde bis jetzt noch nicht eindeutig wissenschaftlich definiert und kann sehr unterschiedliche Symptome zeigen. Als mögliche Ursachen werden chronische Infekte, insbesondere durch Viren, Immunfehlfunktionen oder Hormonstörungen, außerdem giftbelastungen, eine einseitige Ernährung und anhaltende, unbewältigte Konflikte sowie Stresssituationen diskutiert. Regelmäßig kommt es durch die Erschöpfung zu einer verminderten Leistungsfähigkeit und zu körperlichen Beschwerden, die von Kopfschmerzen über Schlafstörungen bis hin zu Verdauungsproblemen reichen. Über die Häufigkeit des Burnout-Syndroms gibt es den verschiedenen Auslegungen entsprechend keine genauen Angaben. Die Diagnose wird mittels einer intensiven Untersuchung und durch den Ausschluss anderer in Frage kommender Erkrankungen gestellt. Die Behandlung besteht in der Beseitigung der im Einzelfall festgestellten Ursache, einer Diätberatung und Psychotherapie. Seit kurzem kann in bestimmten Fällen auch das Medikament Ampligen verwendet werden.

Wie aus der Überschrift hervorgeht, hat diese Krankheit noch keine endgültige Bezeichnung erhalten. Dies liegt daran, dass CFS als Krankheit noch nicht vollkommen erforscht und ausreichend diagnostiziert ist. In einigen Teilen der medizinischen Fachwelt ist sie nicht einmal bekannt und noch lange nicht überall anerkannt.

In Managerkreisen, in denen diese Krankheit des öfteren zu beobachten ist, wird sie neudeutsch als "Burnout-Syndrom" bezeichnet. Mit Burnout meint man einen körperlichen wie geistigen Zustand des völligen 'Ausgebrannt-Seins', eine 'geistige Leere' wie eine 'völlige körperliche Erschöpfung'. Dies scheint ein Phänomen zu sein, dass u.a. auch junge Start-Up-Unternehmen betrifft und betraf. Besonders in der Anfangszeit solcher Unternehmen entsteht bzw. entstand oft viel Stress; so manch einer kann seinen eigenen oder den von außen herangetragenen Ansprüchen an die Leistungsfähigkeit nicht mehr entsprechen, man empfindet ein Gefühl des Versagens und des Nichtbeherrschens einer Situation. Wenn sich solche Situationen wiederholen oder sogar zum Dauerzustand werden, dann kann es zu völliger körperlicher und geistiger Lähmung kommen.

Aber die Erschöpfungszustände sind nur ein Teil der Beschwerden, es werden außerdem die unter "Symptome" dargestellten weiteren Beschwerden beschrieben.

Symptome

Das Chronische Erschöpfungssyndrom ist ein komplexes Krankheitsbild, das die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Erkrankten oft jahrelang massiv beeinträchtigt.

Zu den Symptomen und Beschwerden gibt es lange Listen, von denen jedoch keinen absoluten Gültigkeits- bzw. Vollständigkeitsanspruch besitzt. Dies hängt damit zusammen, dass viele Symptome ebenso auf andere Krankheiten hindeuten können und somit nicht unbedingt für CFS charakteristisch sind. Erst wenn durch eine vollständige Analyse ebenfalls in Betracht kommende Krankheiten oder Infekte ausgeschlossen werden, kann CFS weiterhin in Frage kommen.

Hauptsymptome:

  • schwere Abgeschlagenheit mit Reduktion der üblichen Aktivität um 50% für die Dauer von mindestens sechs Monaten

  • Unspezifische Symptome:

  • erhebliche, vormals nicht erlebte Erschöpfung nach einer Anstrengung

  • Muskelschwäche

  • Muskelschmerzen

  • Kopfschmerzen

  • Gelenkschmerzen

  • Rachenentzündung

  • Fieber und/oder Frösteln

  • empfindliche Lymphknoten

  • Magen-Darm-Krämpfe

  • Schlafstörungen, sowohl Schlaflosigkeit wie auch gesteigertes Schlafbedürfnis

  • Neuropsychiatrische Beschwerden: Lichtscheue, Gesichtsfeldausfall, Vergesslichkeit, Denk- und Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Depressionen, Verwirrtheitszustände etc. ...

 

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Colon Irritabile

Definition

Symptomenkomplex, der durch Störungen der Dickdarmfunktion gekennzeichnet ist (Stuhlunregelmäßigkeiten mit und ohne Schleimabgang u. Leibschmerzen), ohne organisches Korrelat.

Ursachen:

Unbekannt - enge Verknüpfung mit seelischen Vorgängen.

Grundlage bilden Motilitätsstörungen:

Spastische Schmerzen und Obstipation können Hypersegmentation in verschiedenen Dickdarmabschnitten zugeordnet werden, Diarrhöen können einer Verminderung der Segmentation im distalen Kolon zugeordnet werden.

Symptome:

Zwei Manifestationsformen (Mischformen möglich):

  1. Spastisches Kolon (häufigste Manifestation): Krampfartige Bauchschmerzenund Obstipation. Schmerzen im gesamten Abdomen (häufig Angabe im linken Unterbauch); Sigma als kontrahierter Strang tastbar. Schafskotartiger Stuhl; Schleimbeimengungen möglich. Schmerz nimmt nach Stuhlentleerung ab.

  2.  Diarrhoische Form: Gehäufte, breiig-wäßrige Diarrhöen; Schleimbeimengungen.

 

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Crouzon Syndrom

Symptome

Charakterist. Kopfform u. Gesichtsdysmorphie inf. vorzeitiger Verknöcherung einer od. sämtlicher Schädelnähte (insbes. der Koronar- u. Sagittalnaht); Turmschädel mit Buckelbildung im Bereich der großen Fontanelle, Hydrozephalus, deformiertes Ventrikelsystem durch Schädelfehlbildung, progrediente klin. Sympt. der Hirndrucksteigerung (Kopfschmerz, Erbrechen, epilept. Anfälle), flache Augenhöhlen, kleine u. verformte Foramina optica, Exophthalmus, Hypertelorismus, Gefahr der Optikusatrophie inf. knöcherner Verengung des Canalis nervi optici; Hypoplasie des Oberkiefers, Prognathie des Unterkiefers, Zahnstellungsanomalien; psychomotor. Retardierung mögl.

Die medizinischen und psychosozialen Probleme liegen in der Deformation des Kopf- und Mittelgesichtsbereich (Vorzeitiger Verschluss der meisten Kopfnähte mit Gefahr einer Wasserkopfbildung, eine Fehlbildung und ein verändertes Wachstum des Oberkiefers usw.), im Hand- und Fußbereich (Verwachsungen der Finger- auch knöchern - mit steifem Mittelgelenk, Verwachsungen der Zehen mit Versteifungen der Mittelfußknochen) und im sozialemotionalem Bereich (durch das Anders-Aussehen und das Anderssein).

breitschädel/flacher hinterkopf
exophthalmus
hypertelorismus
kraniostenose
turmschädel/spitzschädel
autosomal-dominante vererbung
flache orbitalränder
retrognathie/mikrognathie
zahnstellung-anomalie
hoher/schmaler gaumen
schnabelförmige nase
vorgewölbte/wulstige lippen
adontie/oligodontie
gehörgang-atresie/aplasie
hypoplasie der mandibula
hörstörung/taubheit
makroglossie
strabismus/schielen
dorsal rotierte ohren
dünne lippen
mentale/psycho-motorische retardierung
vorgewölbte stirn
 

(Sehr häufiges Zeichen)
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Dyspepsie - Reizmagensyndrom

Die Dyspepsie ist ein häufiges Beschwerdebild in der hausärztlichen Praxis (etwa 5% des Patientenguts . Etwa 25 % der Allgemeinbevölkerung leiden irgendwann im Laufe ihres Lebens an dyspeptischen Symptomen. Alle Altersgruppen sind betroffen, Frauen etwas häufiger als Männer. Der Begriff umfaßt ein weites Spektrum an Beschwerden des oberen Gastrointestinaltrakts (OGI-Trakts). Hierzu zählen meist unspezifische Symptome wie Oberbauchschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit und Völlegefühl.

 

E

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Ellebogenverrenkung

Durch Sturz auf den gestreckten Arm oder ruckartigem Zug an der Hand, insbesondere bei Kleinkindern oder Kindern entsteht eine Fehlstellung des Speichenköpfchens zur Elle und dem zugehörigem Gelenkpartner mit Einklemmung der langen Bizepssehne, häufig mit Begleitverletzungen wie Seitenbandein- oder Abrissen, zusätzlich Knochenbrüchen, Gefäß- und Nervenverletzungen.

Symptome:

Fehlstellung, federnde Fixation, schmerzhafte Bewegungseinschränkung, evt. schlaffe Handstreckerlähmung- sogenannte Fallhand.

Behandlung:

Nach differenzialdiagnostischer Abklärung, Mobilisierung in die Korrektur.

 

F

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Fehlbiss

s. Bruxissmus- Zahnstörfelder

 

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Meteorismus

Als Meteorismus oder Blähsucht wird eine übermäßige Gasansammlung meist im Dickdarm (Meteorismus intestinalis) bezeichnet.

Als Ursache ist meist eine vermehrte Gasproduktion im Dickdarm bei ballaststoffreicher und somit auch zellulosereicher Ernährung anzunehmen. Während Wiederkäuer diese Zellulose verwerten können, wird diese im menschlichen Darm durch die dort vorhandene Darmflora (teilweise) abgebaut, was zur Bildung von bis zu 11 Litern Wasserstoff pro Tag führen kann. Dieses Gas wird von anderen Bakterien (Methanbildnern) zu bis zu 2-4 l Methan pro Tag verarbeitet. Das entstandene Gas kann entweder über die Darmwand ins Blut aufgenommen und schließlich abgeatmet werden, als sog. "Wind" entweichen oder zu einer Auftreibung des Abdomens und zu einem Zwerchfellhochstand führen, was bei der Perkussion einen charakteristischen, dem Schlagen einer Trommel ähnlichen Ton ergibt.

Ob Menschen, die über vermehrte Blähungen klagen, tatsächlich mehr Gase produzieren oder nur empfindlicher reagieren, kann meist nicht geklärt werden. Hier wird - nach entsprechender Abklärung - oft die Diagnose eines Reizdarmsyndroms gestellt.

Seltener tritt ein Meteorismus bei einer Aerophagie auf, wobei es sich hier um das meist nicht bewusst wahrgenommene Verschlucken von Luft handelt.

Oft kann ein erwachsener Patient seinen bestehenden Meteorismus auf eine Obstipation zurückführen. Kindern ist dies nicht möglich, sodass viele dadurch bedingte unklare Bauchschmerzen zur Abklärung im Krankenhaus führen. Als Resultat dieser Abklärung wird meist der Veracht auf ein fehlerhaftes Defäkationsverhalten vermutet und in deren Folge mit Eltern und Kind die richtige "Stuhlhygiene" besprochen: das Kind soll den Stuhldrang nicht unterdrücken und sich für den Stuhlgang ausreichend Zeit nehmen. Dass auch auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden soll, versteht sich von selbst.

Der Meteorismus bei Säuglingen ist oft ein Symptom der sog. Dreimonatskoliken.

Ein Meteorismus von besonderem Krankheitswert kann bei Typhus, einem Darmverschluß, einer Dyspepsie, Peritonitis, Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose mit Pfortaderhochdruck auftreten, wobei für letztere gilt: "Erst der Wind, dann der Regen". Damit ist gemeint, dass dem Meteorismus mit Flatulenz ein Aszites, die Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum, folgt.

 

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Roemheld-Syndrom
Wie bekomm ich bloß die Luft aus meinem Bauch heraus?

Grundsätzliches:

Bauchschmerzen zählen zu den wichtigsten Befindlichkeitsstörungen, die einen Patienten zum Arzt führen.
Das Roemheld-Syndrom ist ein in heutiger Zeit häufig auftretendes Beschwerdebild, daß dem betroffenen Patienten verschiedenste Symptome verursacht!
In vielen Fällen sind Steß, Hektik, Schlafentzug Ärger, Frust, Depression und Fastfood die häufigsten Ursachen der Entstehung des Roemheld-Syndrom!
Durch nervöse Irritation unseres vegetativen Nervensystem kommt es zur Fehlverdauung und Bildung eines Zwerchfell-Hochstandes durch aufsteigende Gärgase. Die aufgeblähten Darmwände reagieren hierdurch mit starker Reizung des Eingeweidenerven (Nervus vagus-10. Hirnnerv), dem wichtigsten vegetativem Nerven des Körpers, der die gesamte Verdauung- vom Mund bis zum After reguliert.
Wenn Magen und Darm gebläht sind, wird das Zwerchfell nach oben gedrückt, weil es nicht so gut ausweichen kann wie der Bauch. Dadurch drückt es auf die Lunge und die wiederum auf das Herz. Das Herz reagiert sehr schnell auf diese Einengung und zwar durch Herzklopfen und nervösen Beschwerden, die denjenigen einer Angina pectoris sehr ähneln.

Sprache der Symptome/ Mögliche Ursachen:

Könnte es auch so sein? Aufgetrieben und aufgeblasen, nur um anderen zeigen zu können, dass ich es mir leisten kann.
Zuviel essen, zuviel trinken, zuviel reden beim essen > von allem zu viel! Wir sollten uns im wahrsten Sinne des Wortes wieder etwas mäßigen. Und vor allem: essen Sie niemals etwas Rohes zum Abendessen. Sie können es nicht mehr verdauen und es beginnt in den Därmen zu gären. Durch den Gärprozess entstehen Gase und Alkohol. Die Leber muss zuerst diese giftstoffe entsorgen, statt über Nacht den Körper entgiften zu können. Sie erwachen morgens wie erschlagen.

Mögliche Folgen:

Meist einige Stunden nach dem Essen, auf dem Höhepunkt der Gasbildung, kommt es zu einem beklemmenden Gefühl im Oberbauch. Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Angstzustände, Hitzewallungen, Atemnot, Extrasystolen, Schwindel und Schlafstörungen machen einem zu schaffen.

Osteopathischer Behandlungsansatz:

Das Grundprinzip der Osteopathie besteht darin, daß die Struktur die Funktion beherrscht!
So führen also Störungen der Struktur, in welchen Gewebe des Körpers sie auch immer auftreten mögen, zu Störungen im Bereich dieser Struktur, darüber hinaus allerdings auch zu Störungen der Funktionen im gesamtem Organismus. Tenor des osteopathischen Vorgehens ist daher die völlige Wiederherstellung der struktuellen Integrität im Körper.
Dieses hohe Ziel läßt sich zwar nicht ganz erreichen, aber es bleibt doch immerhin unser Fernziel, und alle Maßnahmen die man anwendet, um die harmonische, strukturelle Ausgeglichenheit wiederherzustellen, gehören deshalb zum Anliegen der osteopathischen Behandlung.
Innerhalb dieses Grundgerüstes der Osteopathielehre, richtet sich unser Hauptbestreben auf die manuelle Mobilisation von allen Körpergelenken. Andere Maßnahmen, wie die Verbesserung der arteriellen Durchblutung, die Unterstützung eines guten Lymph- und Venenabflusses, notfalls die Beseitigung mechanischer Hindernisse durch chirurgische Maßnahmen, die Reposition von Eingeweiden, der Gebrauch von aktiven Bewegungsübungen zur Kräftigung der Muskulatur und zur Dehnung geschrumpfter Gewebe.
Das Grundgerüst besteht darin, das die Körperfunktionen, solange das struktuelle Gewebe in voller Funktion arbeiten kann, ihrerseits harmonisch und in gesunder Weise ablaufen wird!

Alan Stoddârd 1959

Wie Krankheiten entstehen:

1. Gesundheit
Die Fähigkeit des Organismus, Einflüsse auszugleichen oder zum eigenen Vorteil aufzunehmen.

2. Funktionsstörung
Wenn der Organismus einen Einfluss nicht ausgleichen kann, beeinträchtigt dieser die Funktion.

3. Kompensation
Die gestörte Funktion einer Struktur wird durch die Funktion einer anderen
Struktur unterstützt.

4. Krankheit
Wenn ein Einfluss stark genug ist oder eine Kompensation nicht aufrechterhalten werden kann, wird die Struktur beeinträchtigt: eine Krankheit bricht aus

Die Osteopathie behandelt vorwiegend Funktionsstörungen, wirkt also vorbeugend.
Viszerale Osteopathie (Unter viszeralem Schmerz versteht man Abdominalschmerzen, die durch schädigende Stimuli auf die Eingeweide hervorgerufen werden.)
Behandlungen von Verklebungen aller Gewebe als Folge von Infektionen oder operativen Eingriffen wie:

  • Narben und Adhäsionen durch Proteineinlagerungen in den Viszeren

  • Behandlungen von Ptosen als Folge von Bänderstörungen im Sinne von Hyper-/ Hypomobilität

  • Behandlungen von Viszerospasmen als Folge von nervösen Irritationen verschiedenster Herkunft

  • Mobilisierung der in Läsion befindlichen zugehörigen Thorakalwirbel (Manipulation)

Aktivierung der Lungenfunktion als wichtigster Startmechanismus der Darmperistaltik.

Fazit:

Es kommt zu einer veränderten Beweglichkeit eines oder mehrerer Organe. Das Terrain für eine pathologische Veränderung durch Zirkulationsstörung ist geschaffen!
Der Osteopath behandelt Blähsucht-Störungen wie eine funktionelle Störung. Er sucht nach Ursachen und gibt der betroffenen Struktur, Form, Lage und Beweglichkeit zurück.
So wird sich die Struktur normalisieren und nicht zur pathologischen Läsion gerinnen!